Ökologie

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Sehenden Auges der Klimakatastrophe entgegen

Die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre ist in den letzten Jahrzehnten massiv angestiegen. Verbreitete Ansicht der Wissenschaft ist: Die Kyoto-Ziele reichen nicht aus.
Blick auf ein Braunkohlekraftwerk und seine Kühltürme, im Vordergrund eine Blumenwiese

Braunkohlekraftwerke wie dieses haben einen schlechten Wirkungsgrad und tragen aktiv zum Treibhauseffekt bei.

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Kein Thema für „Weltuntergangspropheten“

Treibhauseffekt und Klimaschutz sind längst nicht mehr nur ein Thema für Hollywoodregisseure oder gar für Weltuntergangspropheten:
 
1994 trat die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) in Kraft, die den Klimawandel als ernsthaftes Problem und als globale Aufgabe der Staatengemeinschaft anerkennt.
 
Die Münchener Rück, eine der größten Rückversicherungen weltweit, warnte Anfang 2003 auf der Grundlage einer neuen Studie vor den bevorstehenden Folgen des Klimawandels und die bedingt durch eine Zunahme von Unwettern und Naturkatastrophen steigende Gefahr durch Naturgewalten.
 
Ende 2003 übergab der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) seine Studienergebnisse der Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung, Edelgard Bulmahn, und dem Bundesumweltminister Jürgen Trittin. Zentrale Botschaft der Studie: Die Kyoto-Ziele reichten für den Klimaschutz nicht aus, selbst wenn das Protokoll zu diesem Zeitpunkt bereits in Kraft gewesen wäre.
 
Der aufgrund der zunehmenden Forschungsbemühungen rasch anwachsende Kenntnisstand zum Thema "Treibhauseffekt" veranlasst seriöse wissenschaftliche Institute auf der ganzen Welt, ihre Prognosen immer häufiger in die Richtung eines sich beschleunigenden Klimawandels anzupassen und entsprechende Warnungen immer häufiger zu wiederholen.

Der „natürliche“ und der „künstliche“ Treibhauseffekt

Ein die Erde umgebender Mantel aus Gasgemisch wirkt wie das Glasdach eines Gemüsetreibhauses: Die Sonnenstrahlen werden von der Erdoberfläche aufgenommen und strahlen in Form von Wärme wieder von ihr ab. Wäre der Gasmantel nicht, würde diese Wärmeenergie vollständig wieder ins Weltall abgestrahlt und die mittlere Temperatur der Erde läge im zweistelligen Bereich unter Null – für Menschen wäre das kein geeigeneter Lebensraum.
 
Der umgebende Gasmantel, der uns wärmt, ist aber „dicker geworden“: Vom Beginn der Industrialisierung bis 2002 ist die Kohlendioxid-Konzentration (CO2-Konzentration) um 30% gestiegen, die von Methan sogar um 150%. Außerdem haben FCKW, Ozon und Lachgas einen Anteil am anthropogenen – also vom Menschen geschaffenen – Treibhauseffekt:

Die Anteile verschiedener Gase am Treibhauseffekt. Die folgenden Werte werden in einem animierten Kuchendiagramm dargestellt:
Kohlendioxid: 52%.
Methan: 19%.
FCKW: 17%.
Ozon: 8%.
Lachgas: 4%.

Die ambivalenten Rollen des Ozons

Das Mitwirken von Ozon und Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) am Treibhauseffekt kann zu Verwechslungen mit dem Problem Ozonloch führen: Die vom Ozonloch betroffene Ozonschicht liegt deutlich über dem Gasmantel, der für den Treibhauseffekt verantwortlich ist. Diese Schicht wird von den Fluorchlorkohlenwasserstoffen zerstört. Die Folge ist ein zunehmend ungehindertes Durchdringen von UV-Strahlung der Sonne, die schlimmstenfalls zu Hautkrebs und Erblindung führen kann.
 
Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Treibhauseffekt und dem Ozonloch ist bisher jedoch nicht bekannt, außer dass das inzwischen in den meisten Staaten verbotene FCKW zu beidem einen Beitrag leistet.
 
In der Atemluft ist Ozon wiederum giftig. Es entsteht unter starker UV-Einstrahlung – also bei gutem Wetter – bei stark verschmutzer Luft. Die UV-Strahlung zersetzt das u.a. aus Verbrennungsprozessen, also Kraftwerken und dem Straßenverkehr, stammende Stickstoffdioxid. Das dabei entstehende Stickstoffmonoxid reagiert mit atomarem Sauerstoff der Luft zu Ozon. Dies ist die Ursache für Sommersmog in Ballungsgebieten.
 
Da Sommersmog durch UV-Strahlung verursacht wird, bedeutet eine Zerstörung der Ozonschicht und das zunehmende Durchdringen von UV-Strahlen wiederum eine Verstärkung der Ozonbildung am Boden, also der Smoggefahr. Oder anders gesagt: je weniger schützendes Ozon in der Atmosphäre, desto mehr giftiges Ozon am Boden.

 
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