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Mensch & Umwelt

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Windenergie: hässlich oder sympathisch?

Ob Windenergieanlagen sich mehr oder weniger gut in die Landschaft einfügen, darin „scheiden sich die Geister“. Dem Toursimus schaden sie jedenfalls nicht.
Zwei Windkraftanlagen im Rothaargebirge

Blick von der Gondel einer Windkraftanlage bei Littfeld auf einen „benachbarten“ Windpark in Rehringhausen bei Olpe. Das Bild wurde mit starkem Zoom aufgenommen. Ohne diesen hätte man die Anlagen auf dem Bild gar nicht erkennen können.

Vernünftige Planung für einen vertretbaren Landschaftseingriff

Doch die große Akzeptanz ist kein Freifahrtschein: Der Ausbau der Windenergie muss sorgfältig geplant werden – aus einem Verantwortungsbewusstsein heraus und um den Zuspruch der Bevölkerung nicht zu gefährden.
 
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz räumt den Gemeinden die Möglichkeit ein, Windvorrangflächen auszuweisen, um den Ausbau der Windenergie in bestimmten Bereichen zu konzentrieren und den sog. Wildwuchs, d.h. den mehr oder weniger „ungesteuerten“ Bau von Windkraftanlagen, zu verhindern.
 
Jedes neue Windenergie-Projekt muss außerdem ein aufwendiges Prüf- und Genehmigungsverfahren durchlaufen, bei dem die Vertretbarkeit der Baumaßnahme geprüft wird. Naturschutzgebiete gehören natürlich nicht zu den genehmigungsfähigen Orten.
 
Wird ein Projekt genehmigt, so ist es an umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen gebunden, deren Art und Umfang vom zukünftigen Standort abhängen. Im Rothaargebirge sind dies in der Regel Aufforstungsprogramme und die Renaturierung der durch die Bauphase beeinträchtigten Flächen wie Anfahrtswege für Schwertransporte und Stellflächen für Kräne.

Große Anlagen sind kein Nachteil im Landschaftsbild

Im Laufe der letzten Jahren sind die Windkraftanlagen deutlich gewachsen. Anfang der Neunziger Jahre lag die Nabenhöhe, also die Höhe des Rotormittelpunktes, einer durchschnittlichen Windkraftanlage noch im zweistelligen Bereich. Inwischen gibt es Pläne für Anlagen mit einer Gesamthöhe (also bei einem senkrecht stehenden Rotorblatt) von über 200 Metern. Zum Vergleich: Der Kölner Dom ist 157 Meter hoch.
 
Über das Erscheinungsbild von Windkraftanlagen im Landschaftsbild entscheidet aber weniger die Höhe einer Anlage, als vielmehr die Drehgeschwindigkeit des Rotors, weil die Bewegung die Aufmerksamkeit des menschlichen Auges auf sich zieht.
 
Hier liegt der klare Vorteil der neuen, großen Anlagen: der Rotor der Windkraftanlage Enercon E82, des Typs also, der auch in Hilchenbach zum Einsatz kommt, hat eine maximale Drehzahl von 19 Umdrehungen pro Minute. Das bedeutet, dass der Rotor bei starkem Wind für eine Umdrehung mehr als drei Sekunden benötigt. Daher wirken diese Anlagen im Landschaftbild viel ruhiger und weniger störend als beispielsweise eine Enercon E33 mit 45 Umdrehungen pro Minute, die sich also mehr als doppelt so schnell dreht.
 
Ein weiterer Vorteil für das Landschaftsbild: Eine große Windkraftanlage ersetzt gleich mehrere kleine, denn der Energieertrag von Windkraftanlagen steigt mit dem Quadrat des Rotordurchmessers.
 
Eine moderne Anlage mit 82 Metern Rotordurchmesser erzeugt allein wegen der zusätzlichen Rotorfläche über sechs mal mehr Energie als eine vergleichbare Anlage mit 33 Metern Durchmesser, denn 2,5-facher Durchmesser zum Quadrat macht 6,25-fache Energie.
 
Weitere Strom-Zugewinne entstehen durch das größere Windangebot in größerer Höhe: Doppelte Windgeschwindigkeit bedeutet nämlich achtfachen Energieertrag. Man kann daher sagen, dass eine langsam drehende Anlage mit rund 100 Metern Gesamthöhe sieben bis acht schnell drehende Anlagen mit 40 Metern Höhe ersetzt. Für einen größtmöglichen Schutz des Landschaftsbildes sind große Anlagen daher klar zu bevorzugen.
 
Eine ausführliche Erklärung zum Zusammenhang zwischen der Größe von Windkraftanlagen und dem Energieertrag steht unter nebenstehendem Link im Technik-Tutorial bereit.

 
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In der Trift 41
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Tel: 02764/76 78
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www.hilchenbach.de

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