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Expertenforum

Fragen und Antworten zur Windenergie

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Fragen und Antworten zur Windenergie

Vollwartung vs. Condition Monitoring
(von FvdA am Di, 12.02.2013 um 13:47 Uhr)

Hallo Herr Pulte,
 
die zunehmende Professionalisierung in der Windenergiebranche und der Anspruch auf Marktparität durch sinkende EEG Vergütung hat zur Folge, dass der Kostendruck steigt. Alle Bereiche im Lebenszyklus einer Windenergieanlage werden geprüft um möglichst renditeoptimiert zu arbeiten.
Der Anteil der Instandhaltungskosten, über die zwanzigjährige Betriebslaufzeit einer Windenergieanlage, liegt zwischen 15 – 20% im Verhältnis zur Gesamtinvestition. Daher liegt in diesem Bereich ein großes Potential die Rendite zu steigern. Um dies umzusetzen muss ein optimales Zusammenspiel der Instandhaltungsstrategien gefunden werden.
 
Meine Frage wäre daher, welche Instandhaltungsstrategie Sie bevorzugen würden? Einen Vollwartungsvertrag oder ein Zusammenspiel von Condition Monitoring mit einem Wartungsanbieter und einer Maschinen- Maschinenbetriebsunterbrechungsversicherung?
 
Mit freundlichen Grüßen
F.v.d.Ahe

Experten-Antworten auf diese Frage:
Re: Vollwartung vs. Condition Monitoring
(von G_Pulte am Di, 12.02.2013 um 20:27 Uhr)

Guten Abend, Herr F.v.d.Ahe.

Ich bevorzuge heute die Vollwartungskonzepte, trotz der hohen Kosten.
Vor vielen Jahren habe ich mich bei einer Windenergieanlage gegen dieses Konzept und für einen billigeren Basis-Wartungsvertrag, ergänzt durch eine Maschinenbruchversicherung entschieden. Die Folge: der ohnehin schlechte Service des Herstellers wurde in Phasen akuten Personalmangels noch schlechter, da er keine Verfügbarkeitsgarantie gewähren musste. Einmal kamen die Servicemonteure erst 6 Tage nach Schadenseintritt zur WEA. Zudem gab es regelmäßig Ärger mit den Versicherern, die sich mit teilweise haarsträubenden Argumentationen aus der Pflicht zu stehlen suchten. Die Folge waren Auseinandersetzungen von bis zu einem Jahr Dauer. Diese gingen zwar zu unseren Gunsten aus, doch hat man eigentlich besseres zu tun, als dem Versicherer den eigenen Versicherungsvertrag zu erklären.
Daher haben wir uns bei den Hilchenbacher Windenergieanlagen (hier handelt es sich aber auch um einen anderen Hersteller) für ein Vollwartungskonzept entschlossen. Da der Hersteller bei diesen Verträgen viele Jahre lang das technische Risiko für die Anlagen trägt sowie eine definierte technische Verfügbarkeit garantiert, wird er sich mit besonderer Motivation um die technische "Gesunderhaltung" und schnelle Reparatur der Maschinen kümmern. Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass solche Vollwartungskonzepte die Projektfinanzierung durch Banken erleichtern.
Zum Condition Monitoring habe ich ein durchaus gespaltenes Verhältnis: Technisch ist dies sicher eine sehr sinnvolle Maßnahme, sie erleichtert die Früherkennung von sich anbahnenden Schäden. Kaufmännisch muss dies nicht immer von Vorteil sein: Wenn ein Versicherer nachweisen kann, dass Anzeichen eines späteren Schadens bereits vor dessen Eintritt in den CM-Schwingungsdaten erkennbar waren, wird der Schaden vom "Maschinenbruch" zum "Verschleißschaden". Folge: Die Versicherung zahlt nicht.

Mit freundlichen Grüßen
G. Pulte
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